Freitag, 21. Mai 2010

Einfach mal wieder...

Einfach mal wieder schreiben. Das dürfte das heutige Motto sein, um meinen Impressionen einen expressionistischen Ausdruck zu verleihen. Heute gab es wieder jede menge zu erleben und allen voran haben mich heute auch wieder Fragen beschäftigt. Fragen, die ich versuche zu erörtern und auch irgendwie beantwortet haben will. Fangen wir damit an, dass wir uns mal die Vermutung zur Brust nehmen, dass kaum noch Menschen auf ihr Herz hören. Wenn ich das so schreibe kommen leichte Unklarheiten auf, was es bedeutet, überhaupt auf sein Herz zu hören. Es bedeutet nicht etwa in Situationen so zu handeln, wie man es sich sehnlichst wünscht oder wie man eben einen persönlichen Vorteil und Nutzen daraus schlagen kann. Hier geht es um eine höhere Kunst, nämlich einfach mal in sich zu kehren. Seine eigene Stimme, die tief in einem sitzt, zu hören, zu spüren, zu genießen und zu verstehen. Ja, wir sind Menschen, wir sind bzw. sollten Individuen sein, wir sollten möglichst verschieden handeln, möglichst eine große Variation auf der Erde bieten. Wir sollen die Erde, unsere Natur, bereichern. Die Natur, das sind die Wurzeln, auf die wir zurückgehen sollten. Wer nimmt sich heutzutage schon noch Zeit, und besinnt sich, in sich zu kehren, nachzudenken und mit gelockerter Stimmung ins Leben zurückzufinden. Kaum jemand, und das ist das Problem. Viel zu oft werden wir von der hektischen Stimmung eingefangen, viel zu oft macht uns die Gesellschaft kaputt und verfremdet uns völlig. Wir sind nicht mehr die, die wir sein könnten, die die wir sein müssten. Wir sind ein Haufen gestresster, erfolgsbedürftiger Menschen, doch nichtmal mehr diese Individuen. Wir sind schlichtweg eine Gesellschaft, die uns selbst zum Verhängnis wird. Die Gedanken kreisen hier darum, dass wir doch nicht auf die Welt gekommen sind, um Geld zu machen, uns fortzupflanzen und auf Kosten anderer ein möglichst schönes Leben zu erfüllen. Wir sind doch hier, um etwas besonderes zu sein, eine Art, der es möglich ist, zu denken. Und warum wird diese Möglichkeit, warum werden diese besten Voraussetzungen beiseite gelegt, um sie letzendlich nicht zu nutzen? Auch das hat einen Grund. Unser Leben ist vorgefertigt. Man wird in ein Leben gesteckt, und wem es nicht gefällt, der muss eben mit dieser Schande leben. Es ist nicht viel anders als in Indien, schließlich gibt es auch bei uns Kasten bzw. Nischen. Wir sehen sie nur nicht. Wir sind geboren worden, kamen irgendwann in den Kindergarten, gingen zur Schule - all das um später einen Beruf auszuüben, Geld zu verdienen um sich und seine Familie über Wasser halten zu können. Leute, die etwas anderes machen wollen, die sie selbst sein wollen, versagen auf ganzer Linie, denn sie werden abgefertigt und klammheimlich aus der Gesellschaft ausgegliedert. Doch wie kann man das ändern? Ganz einfach, in dem man sich selbst ändert. Indem man sich bereit dafür zeigt, etwas zu ändern, nämlich sich. Man sollte manchmal einfach in sich kehren, zur Ruhe kommen und nachdenken. Stattdessen gehen Leute auf Parties, besaufen sich und verschließen die Augen vor ihren Problemen. Mag zwar kurzweilig Erfolg haben und Spaß machen, bringt jedoch auf Dauer niemandem etwas. Denn wenn man damit konfrontiert wird, mit den ganzen Problemen, überwältigen sie Dich und die Zeit, die man vorher zur Vorbereitung hätte nutzen können, wurde für unsere Spaß- und Eventgesellschaft geopfert. Nich für das Individuum, nicht für sich. Sondern für die anderen, für die eigene Oberflächlichkeit. Und nur, das man nicht aus der Reihe tanzt... Es könnte ja falsch sein...

Mittwoch, 19. Mai 2010

Er wäre stolz auf Dich...

Heute die so heiß erwartete BLF in Mathe geschrieben. Es gab 40 BewertungsEinheiten, also 40 Punkte, die zu erreichen waren. Pflichtaufgabe ging eigentlich ganz gut, aber die Wahlaufgabe war der Horror. Eine Stelle, an der man hängen bleibt, und alles ist futsch. Aber absolut alles. Wenn ich mal so schaue, mir fehlen garantiert 17 Punkte, ganze 17!!! weil ich diese eine Teilaufgabe nicht auf die Reihe bekam. Ich saß eine Stunde nur an der. Konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Und dann war die Prüfung auch schon vorbei. "Klasse", denk ich mir, "wie glücklich und stolz Du deine Familie machst mit deinen überragenden Leistung". Jahresfortgangsnote auf 1,2 und dann ne 4 oder 5 in der BLF? Ausgerechnet in Mathe?

Mein Dad wäre wirklich wahnsinnig stolz auf mich!

Sonntag, 9. Mai 2010

Alles so herrlich unperfekt!

Ja, was für ein tolles Wochenende.
Wenn man in meiner Haut steckt, würde man sich am liebsten über alles und jeden ärgern, würde sich maßlos aufregen über das, was passiert ist. Eigentlich kann ich mich nur besaufen. Was für ein krönender Höhepunkt dieser Woche, dieses Lebens!
Wenn mir'n Tag den Rest gegeben hat, dann wohl der gestrige!

Jena - Fussballzeit. Die Zeit, endlich wieder abzugehen, alle Sorgen zu vergessen, sich selbst zu vergessen, Emotionen zu zeigen, Aggressionen freizulassen. Aber nichts von alledem geschah am gestrigen Tag! Da steht man da in der Kurve, fühlt sich wie ein Fremdkörper. Keinem, den ich kannte, wollte ich hallo oder sonstige Grüße sagen, niemandem konnte mich irgendwie positiv stimmen. Vielmehr war es das, was ich die letzten Tage hier im Blog geschrieben hab. Die Vorfreude, die gestern so
gar noch da war, wurde schnell getrübt. Schon vor den Stadiontoren spürte man, irgendwas sei nicht in Ordnung. Und in der Tat. Kaum in der Südkurve angekommen bat sich mir ein Bild, welches ich vor 5-6 Monaten zwar normal fand, aber nichts im Gegensatz zu dem gestrigen gewesen ist! Da steht man im altehrwürdigen, so über alles geliebten Ernst-Abbe-Sportfeld. Und was kommt einem nahezu hoch? Genau, die Tränen. Wenn man sich scheisse fühlt, aus welchem Grund auch immer, dann aber bitte richtig deftig und heftig! Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ist wieso und weshalb? Man steht dort oben auf der Dammkrone, der Grüne Rasen im Blickpunkt, rechts der angestammte Platz und genau darüber die Kernberge. Und da fängt man an zu heulen? Naja, weiter gehts - dann nach unten gegangen, die meisten gesehen aber nichts war's! Die einzige Stimmung, die bei mir auf kam, war eine depressive. Es hat mich geschockt, welche Distanz dort auf einmal war. Total fehl am Platz hat man sich gefühlt. Das ein oder andere Gespräch hats dann auch nicht besser gemacht, nein, eher noch schlimmer. Irgendwie ist man dann einmal in diesem Schlamassel, in diesem Sumpf drinne und kommt nicht mehr raus.
Dann irgendwann geht das Spiel los, 1:0 für die unsrigen der Tricolore. Und was passiert? Man springt kurz auf, freut sich einigermaßen. Aber wo ist da der grenzenlose Jubel der vergangenen Tage geblieben? Wo ist diese Unbekümmertheit, diese Emotionen.. Wo sind sie geblieben? Ich bin dann zur Halbzeitpause auch fast zusammengebrochen, wär beinah direkt aus der Kurve verschwunden. Nach dem Spiel ging es dann ganz flott. Niederlage, angefressen und mich kurz, wirklich nur per Handschlag oder so von den anderen verabschiedet. Mit welcher Ignoranz, Arroganz etc. pp. das alles geschah, war mir fraglich und eigentlich unfassbar. Mir fehlten die Worte. Dann sind wir ganz schnell nach Hause, dabei Musik gehört. Was für ne scheisse.

Gotha - So ca. um halb 6 dort angekommen und erstmal genüsslich einen Döner in mich reingeschlungen, ohne wirklich irgendwelche Geschmackssinne getroffen zu haben, also irgendwie hat mir selbst die Laune den Geschmack verdorben. Naja, jedenfalls hat mich Sarah a
ngerufen, hatte Jugendweihe =) Und ich wollte wahnsinnig gerne zu ihr, irgendwie der Höhepunkt des Tages sein. Aber was dann dort wieder mit mir los war. Ich war total schlecht drauf, hab kein Wort aus meinem Mund bekommen und hab sie nur traurig gemacht. Sie hat mir doch nichts getan gehabt, warum war ich also so kacke drauf? Ich weiß es absolut nicht, aber ich habs auch irgendwie kaum mehr gespürt. Mir war meine Person eigentlich egal. Komplett. Also haben wir den Abend so oder so ähnlich rumgekriegt, ich hab sie dann um, 9 noch zu ner Freundin gebracht. Und das war dann mein Highlight... Wir sind da hin gegangen und ich hab den Weißen Brunnen gesehen, so ne kleine Kneipe.. Da wo ich damals mit meiner ganzen Familie Jugendweihe gefeiert habe, wo Papa sehr oft war und mit seinen Freunden n Bierchen getrunken hat. Dort, genau dort, brach alles wieder auf. Instinktiv hätt ich mich wohl genau in diesem Moment umgebracht. Mich hat nichts gehindert... oder besser, hätte...

Und warum das ganze? Wahrscheinlich immer noch wegen dem Sportfest, was ich immer noch nicht so recht verdaut habe. Ich wollte ja dort hin... Aber wenn das Sportfest, mit dem ich so viel die letzten Jahre verbunden habe, einfach abgesagt wird... Dann bricht man mal wieder komplett zusammen...

Was den heutigen Tag betrifft, lieber kein Kommentar. Es sah nicht besser aus, nein, wahrlich nicht. Es wird nur noch schlimmer...


Freitag, 7. Mai 2010

Der tiefgründige Blick..

Genau dieser Blick ist es, um den sich heute alles dreht. Ja, nächster Eintrag, nächste kleine Episode meiner Gedanken und meiner Denkweise...
Die Frage die ich mir zuletzt gestellt habe, inwiefern das Geben und Nehmen in einer Beziehung, sei es freundschaftlich oder liebend, immer zu einem gewissen Zweck und Nutzen dient. Verändert man das Verhältnis des Geben und Nehmens, so erhält man eine Person mit ganz neuen Charaktereigenschaften. Und diese wirken sich wiederrum auf jede Beziehung aus, haben einen enormen Einfluss auf das Leben. Schnell stellt man fest, das es ganz verschiedene Phasen in einer Beziehung gibt. Einmal versucht man alles für den anderen zu tun, opfert sich auf, gibt und gibt; andererseits steckt man selbst oft genug in einer Lebenskrise und ist einfach auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Und jeder Mensch sammelt seine eigenen Erfahrungen in diesem Bereich, die ihn dann auch unterschiedlich handeln lassen. Und hier ist der Punkt, an dem man sich eingestehen muss, dass es keine Formel gibt um eine gute Beziehung zu führen. Man muss sich jeden Mensch individuell aussuchen, ihn von vorne bis hinten kennenlernen, analysieren, Zeit verbringen, Reaktionen herauskitzeln, Strukturen im Handeln und Denken erstellen und sich langsam ein gewisses Muster stricken. Wer bis hier hin gekommen ist, der hat es weit gebracht, denn viele Menschen lassen sich einfach nicht mehr viel ihres eigenen Ichs anmerken, viele leben nur mit ihrem äußeren Schein und wollen nur mit ihrem äußeren Schein konfrontiert werden. Es soll nach Möglichkeit niemals zu tiefgründig gehen, denn es würden Emotionen hochgespült werden, das biochemische Grundgerüst des Menschen würde wohl abstrahieren und nahe am Einstürzen sein. Doch dies ist meiner Meinung nach ein so enorm wichtiger Punkt. Jeder Mensch sollte mindestens einen Partner, Freund o.ä. haben, an dem er sich voll und ganz fallen lassen kann, mit der er jegliche Probleme bereden kann. Denn nur dadurch kann es einem wirklich besser gehen. Nicht der äußere Schein bestimmt genau in diesem Augenblick mein Handeln, sondern mein Ich. Das, mit dem ich in letzter Zeit mal für mal konfrontiert wurde, das ich wegstoßen wollte aber es jedoch stets ein Teil von mir blieb. Auch daraus muss man lernen, nämlich die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Will man sich nicht ganz entblößen, versucht man natürlich einen Sicherheitsabstand zu gewinnen, eine Distanziertheit, sich nichts anmerken zu lassen; der Oberflächlichkeit freien Lauf zu lassen. Diese ist es, die eine Tiefgründigkeit im Keim erstickt. Wer oberflächlich ist, wer so erzogen wurde, wer solche Freunde hat - der wird da kaum rauskommen, wird schon bei Kleinigkeiten an seine Grenzen geraten. Und diese Grenzen werden sehr deutlich, wenn ein Extrem-Fall eintritt. Dann, wenn man sich mit Themen beschäftigen muss, wenn man Themen verarbeiten muss, wenn Emotionen hochgespült werden und der eigene Körper auf das Ich hören muss. Selbstkontrolle. Selbstkontrolle, mit der man sich im Griff hat. Doch diese ist nicht als "gut", "natürlich", "gesund" oder "verständlich" anzusehen - nein, vielmehr ist sie ein Ausdruck von Verzweiflung.
Wer sich so dermaßen zurückzieht, seinen Gefühlen keinen Ausdruck verleihen kann, wer innerlich brennt, aber zum Schein ganz kalt bleibt... Der hat mehr als ein Problem. Der kann sich nicht als Mensch entfalten, wird mit seinen Sorgen und Problemen sterben, ohne mit der Welt im Reinen zu sein. Vielleicht ist es eine Frage des Alters, vielleicht eine Frage der Erfahrung. Aber es ist auch eine Frage der Menschlichkeit, wie sehr man sich selbst erlaubt, Mensch zu sein.
Ein Mensch ist kein Wesen, das mit dem Strom schwimmt, das sich anderen anpassen muss, das seinen äußeren Eindruck vor anderen wahren muss, um Stärke zu zeigen. Der Mensch ist ein Wesen, was lebt, was leidet, was liebt und hasst. Doch kann man diese Freiheiten, die uns in die Wiege gelegt worden, voll ausschöpfen, wenn man nur auf sein Äußeres bedacht ist..?

Wo bleibt die Tiefgründigkeit in der Sache?
Warum verschließen sich Menschen zunehmend?
Warum sind sie nicht so frei, der Welt von sich zu erzählen, zu verarbeiten, einen Traum zu realisieren und ein Ideal zu verwirklichen?
Warum bleibt man als Mensch so dermaßen auf der Strecke?

Donnerstag, 6. Mai 2010

Wenn...

... wir annähmen, ich hätte gerade eine Telefonverbindung zu Gott.
Und er mich nur fragte, wie es weiter gehen soll - ich würde sagen, Ich weiß es nicht.
Fragte er mich, warum ich so und so gehandelt habe - Ich weiß es nicht.
Wenn er die Frage stellte - Liebst Du dein Leben? - Ich weiß es nicht.
Würde er hingegen fragen - willst Du dein Leben beenden?

Ich würde sagen, ja, Ich will!

Mittwoch, 5. Mai 2010

Appell an die Welt!

Dankbarkeit – Eine Frage der Höflichkeit, der Moral
oder der Freundschaft?!

Wenn man so sieht, was hier in der Welt so rumläuft, dann kann man sich eigentlich nur in Grund und Boden schämen. Die Dankbarkeit welche aufgrund von Freundschaften gegeben sein sollte. Schließlich besteht jedes zwischenmenschliche Verhältnis doch irgendwie aus einem Geben und Nehmen. Wenn man seine Freunde auch nur einmal brauchen sollte, hört man heutzutage immer öfter nur den egoistischen Menschen, der spricht, der einen abwimmelt, der von den Problemen anderer nichts wissen und hören möchte, der sich lieber nur zu seinem Gunsten und wahrscheinlich noch auf Kosten anderer entscheidet und auch dementsprechend handelt. Als Mensch wird man heutzutage eben abgewiesen und immer nur noch aufs übelste ausgenutzt. Unverständnis sollte sich eigentlich schon an dieser Stelle breitmachen. Aber dies ist heute nicht mehr so. In einer wandelnden Gesellschaft wo nur noch das persönliche Befinden etwas bedeutet, wo der Kapitalismus in jeder Form auf den Menschen einwirkt, wo jeder dem anderen einen Schritt voraus sein möchte nur um von sich behaupten zu können, er sei besser, verdiene mehr und und und. Doch in dieser Gesellschaft ist dies leider Alltag, sowas wie zwischenmenschliche Bindungen – wer braucht so etwas denn noch? Kleine, zerbrechliche Menschen, die dem Druck nicht gewachsen sind. Aber sonst? Sonst will man doch als der starke gelten, sich und seinen Gefühlen nichts anmerken lassen und lieber alles vor Schloss und Riegel schieben. Doch das ist der größte Fehler dieser Gesellschaft. Wie leicht ein bisschen guter Willen nämlich ausgenutzt wird, möchte ich an dieser Stelle lieber nicht näher erläutern.

Jedoch sei gesagt: Wenn man im Internet mitten in einem Gespräch so ganz freundlich abserviert wird, auf seine Fragen keine Antworten mehr bekommt, weil sie, was weiß ich denn, zu kindisch, zu kritisch oder zu tiefgehend sind. Gedanken, die einen noch eine lange Zeit beschäftigen, können nicht weitergeführt werden. Das Mitfühlen, die Empathie ist zwar vorhanden, wird jedoch nicht von der anderen Seite akzeptiert oder erwidert. Man hat keine Chance an jenen Menschen, der einem doch am Herzen liegt, ranzukommen. Man fühlt sich betroffen, es ist ein zermürbendes Gefühl. Und all das doch eigentlich nur, weil man schlicht und einfach helfen wollte. Nicht irgendwelche Vorteile versucht man sich damit doch zu erbeuten, nein, es ist eben dieser Instinkt, anderen helfen zu müssen. Aber alles was man dafür tut, selbst sein eigenes Leid für eine Zeit lang zu vergessen um sich voll und ganz der anderen Person aufzuopfern, hinzugeben. Es wird zwar sehr gern gesehen, aber nicht oft angenommen. Und was noch schwerer wiegt: Es wird zwar gern gesehen, aber immer nur solange, bis man nicht etwa selber jemand anderem helfen muss, selbst in die Rolle des Helfers gerät und versuchen will und muss, den anderen aus dem Loch zu ziehen. Wie weit kann und will ich gehen? Sicherlich muss jeder diese Frage für sich beantworten. Doch diese ekelhafte Ignoranz, Arroganz und alles was damit zusammenhängt. Das schadet uns, das schadet jedem! JEDEM! Menschen werden erst durch solche Vorfälle geprägt...

Welches Menschenbild gerade geläufig ist, ruft bei mir das blanke Entsetzen hervor.
Wie man sich nur an seiner eigenen Glückseeligkeit so dermaßen ergötzen kann, dass man seine Mitmenschen, seine Freunde, vergisst. Die, die einem in schwierigen Zeiten helfen wollten und geholfen haben, die man aber dann, wenn sie mal in einem Loch stecken, ganz schnell fallen lässt. Und dabei ließe sich das doch alles lösen. Nur ein wenig Zeit investieren, weniger auf den Druck durch diese Drecksgesellschaft eingehen und mehr für und mit seinen Freunden tun. Aber dazu wird es wohl bei einigen Leuten nicht mehr kommen, jedenfalls besteht eine Hoffnung < 0,1%. Es darf nicht so weitergehen, nein, sonst sehen wir in ein paar Jahren aus welchen Charakterschweinen unsere Gesellschaft besteht, die wir selbst hätten verändern können. Man muss sich eben nur mal etwas wagen..

Ich als Mensch, der sich auch selbst betrachten kann, kann nur von mir behaupten, dass ich als dieser Mensch nicht länger leben will. Ich will ausbrechen, will etwas verändern, mich aus der Gesellschaft lösen und mich endlich aus diesen Zwängen befreien. Es ist sehr bedrückend, immer an den Kopf geworfen zu bekommen, das man keine Zeit für mich habe, kein kurzes Gespräch, nichts. Und irgendwann, wenn ich dann von dieser Welt bin – was ist dann? Wer hat dann noch was von mir? Wer erinnert sich an meine Art, mein Denken, Handeln und Fühlen? WER? Wer, wenn sich doch niemand nur ansatzweise angesprochen fühlt? NIEMAND.

Und so geht für mich ein Wunsch förmlich unter. Schließlich will ich irgendwann mal meinen Lebenskreis vervollständigen, sterben, mit der Welt im Reinen sein und meinen Freunden, Bekannten und Bekanntschaften in guter Erinnerung bleiben. Man soll nicht um mich weinen – man soll sich erinnern und an mich denken. Aber soweit wird es nicht kommen. Wer erinnert sich schon gerne eine Person, die man immer mit einem „Keine Zeit“ abgefertigt hat? Mal für mal? Macht man sich nicht eigentlich genau an dieser Stelle sogar Vorwürfe, dass es hier geschrieben steht, für jeden lesbar und einsehbar?

Ist es mangelndes Interesse? Ist es Gefühlskälte? Ist es Egoismus?

Ich kann die Fragen nicht beantworten, sondern nur eine. Und zwar ob das menschlich ist – und das ist es keinesfalls. Aber letztendlich wird man dadurch geprägt... Und wenns so weiter geht, werde auch ich mich so verändern.. Es sei denn, jemand tut was dagegen.
..

Dienstag, 4. Mai 2010

ICH WILL SCHREIBEN - JETZT!


Wie eine Momentaufnahme scheint es mir, unbedingt hier wieder einen kleinen Text zu verfassen, eine Art Anekdote aus meinem Leben. Ähnlich wie im letzten Kapitel aus "Das Ende ist mein Anfang" spüre ich auf einmal ein Verlangen danach, in eine Ekstase zu verfallen, etwas zu schreiben. Ich versuche zwar mein Leben wieder etwas besser und ausgewogener zu gestalten, aber was bis da
hin alles nicht nicht geklappt hat. Freitag soll es wohl heftig regnen, das Sportfest wird wohl abgesagt werden. Aber keine Ahnung, wie es nun wirklich weitergeht. Hoffentlich haut alles hin, hoffentlich darf ich das Sportfest am Freitag besuchen. Denn für mich schließt sich an diesem Ort ein Kreis. Ein ganz besonderer, den ich hier wohl unter Tränen versuchen werde zu erklären. Das Volksparkstadion, ja, ein ganz besonderer Ort für mich. Hier führte man jedes Jahr das Sportfest aus, hier bin ich jedes Jahr mit Papa hingegangen. Er hat mich angespornt, hat mir Mut gemacht, hat mir irgendwie auch Kraft gegeben. Und das wird er auch bei diesem Sportfest, da bin ich mir ganz sicher. Denn es ist nunmal so, dass das Leben ein Kreislauf der Natur ist. Das sich der Kreis irgendwo schließen muss und soll. Denn nur wenige Meter vom Volksparkstadion ist der Friedhof, wo ich wohl direkt nach dem Sportfest hingehen werde. Ich breche langsam in Tränen aus... Zumindest hab ich das so vor. Zum ersten mal dort am Grab zu stehen, aufzublicken und tief in Gedanken mit ihm zu reden. Es wird eine der schwersten Gänge meines Lebens. Es wird immer heftiger... Alle Erinnerungen, alles positive mit diesem Viertel, wie wir dann auch danach immer Essen gegangen sind... Aber auch das negative, wie es doch einst im Krankenhaus war, als ich mich ganz allein von ihm verabschieden musste... Alle Erinnerungen kommen hoch, ich kann nicht... Als ich vor ihm stand... Und er so leblos da lag.. Ich nur noch das Piepsen von den Geräten hörte, die sein Leben für kurze Zeit sicherten sollten... Pause... Und nun wieder diese ganzen glücklichen Erinnerungen.. Diese schmerzlichen Erfahrung, dieser schmerzliche Verlust... Dieser Alltag ohne ihn.. Es ist so verdammt hart das alles zu verarbeiten und zu verkraften... Aber es geht weiter... Leider.

Und dieser eine Stuhl bleibt nun doch für immer frei...