Genau dieser Blick ist es, um den sich heute alles dreht. Ja, nächster Eintrag, nächste kleine Episode meiner Gedanken und meiner Denkweise...
Die Frage die ich mir zuletzt gestellt habe, inwiefern das Geben und Nehmen in einer Beziehung, sei es freundschaftlich oder liebend, immer zu einem gewissen Zweck und Nutzen dient. Verändert man das Verhältnis des Geben und Nehmens, so erhält man eine Person mit ganz neuen Charaktereigenschaften. Und diese wirken sich wiederrum auf jede Beziehung aus, haben einen enormen Einfluss auf das Leben. Schnell stellt man fest, das es ganz verschiedene Phasen in einer Beziehung gibt. Einmal versucht man alles für den anderen zu tun, opfert sich auf, gibt und gibt; andererseits steckt man selbst oft genug in einer Lebenskrise und ist einfach auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Und jeder Mensch sammelt seine eigenen Erfahrungen in diesem Bereich, die ihn dann auch unterschiedlich handeln lassen. Und hier ist der Punkt, an dem man sich eingestehen muss, dass es keine Formel gibt um eine gute Beziehung zu führen. Man muss sich jeden Mensch individuell aussuchen, ihn von vorne bis hinten kennenlernen, analysieren, Zeit verbringen, Reaktionen herauskitzeln, Strukturen im Handeln und Denken erstellen und sich langsam ein gewisses Muster stricken. Wer bis hier hin gekommen ist, der hat es weit gebracht, denn viele Menschen lassen sich einfach nicht mehr viel ihres eigenen Ichs anmerken, viele leben nur mit ihrem äußeren Schein und wollen nur mit ihrem äußeren Schein konfrontiert werden. Es soll nach Möglichkeit niemals zu tiefgründig gehen, denn es würden Emotionen hochgespült werden, das biochemische Grundgerüst des Menschen würde wohl abstrahieren und nahe am Einstürzen sein. Doch dies ist meiner Meinung nach ein so enorm wichtiger Punkt. Jeder Mensch sollte mindestens einen Partner, Freund o.ä. haben, an dem er sich voll und ganz fallen lassen kann, mit der er jegliche Probleme bereden kann. Denn nur dadurch kann es einem wirklich besser gehen. Nicht der äußere Schein bestimmt genau in diesem Augenblick mein Handeln, sondern mein Ich. Das, mit dem ich in letzter Zeit mal für mal konfrontiert wurde, das ich wegstoßen wollte aber es jedoch stets ein Teil von mir blieb. Auch daraus muss man lernen, nämlich die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Will man sich nicht ganz entblößen, versucht man natürlich einen Sicherheitsabstand zu gewinnen, eine Distanziertheit, sich nichts anmerken zu lassen; der Oberflächlichkeit freien Lauf zu lassen. Diese ist es, die eine Tiefgründigkeit im Keim erstickt. Wer oberflächlich ist, wer so erzogen wurde, wer solche Freunde hat - der wird da kaum rauskommen, wird schon bei Kleinigkeiten an seine Grenzen geraten. Und diese Grenzen werden sehr deutlich, wenn ein Extrem-Fall eintritt. Dann, wenn man sich mit Themen beschäftigen muss, wenn man Themen verarbeiten muss, wenn Emotionen hochgespült werden und der eigene Körper auf das Ich hören muss. Selbstkontrolle. Selbstkontrolle, mit der man sich im Griff hat. Doch diese ist nicht als "gut", "natürlich", "gesund" oder "verständlich" anzusehen - nein, vielmehr ist sie ein Ausdruck von Verzweiflung.
Wer sich so dermaßen zurückzieht, seinen Gefühlen keinen Ausdruck verleihen kann, wer innerlich brennt, aber zum Schein ganz kalt bleibt... Der hat mehr als ein Problem. Der kann sich nicht als Mensch entfalten, wird mit seinen Sorgen und Problemen sterben, ohne mit der Welt im Reinen zu sein. Vielleicht ist es eine Frage des Alters, vielleicht eine Frage der Erfahrung. Aber es ist auch eine Frage der Menschlichkeit, wie sehr man sich selbst erlaubt, Mensch zu sein.
Ein Mensch ist kein Wesen, das mit dem Strom schwimmt, das sich anderen anpassen muss, das seinen äußeren Eindruck vor anderen wahren muss, um Stärke zu zeigen. Der Mensch ist ein Wesen, was lebt, was leidet, was liebt und hasst. Doch kann man diese Freiheiten, die uns in die Wiege gelegt worden, voll ausschöpfen, wenn man nur auf sein Äußeres bedacht ist..?
Wo bleibt die Tiefgründigkeit in der Sache?
Warum verschließen sich Menschen zunehmend?
Warum sind sie nicht so frei, der Welt von sich zu erzählen, zu verarbeiten, einen Traum zu realisieren und ein Ideal zu verwirklichen?
Warum bleibt man als Mensch so dermaßen auf der Strecke?
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