Wir alle sind Menschen, zumindest geh ich davon mal scharf aus. Wir sehen alle die Welt mit zwei Augen, betrachten sie häufig von beiden Seiten und gehen irgendwie immer mit einem gewissen Unterton schlauer aus einer solchen Betrachtung raus. Mal sind wir eher enttäuscht und wütend, aber manchmal sind wir auch ganz froh und glücklich darüber, wie die Dinge sind und stehen. Wir passen uns gerne unserer Umwelt an und lassen uns von alledem um uns herum und in uns drin beeinflussen. Wir sind sozusagen in Ketten gelegt und müssen versuchen, so gut es geht die Freiräume, die sich uns bieten, völlig auszunutzen und auszuschöpfen. Es gibt niemanden, der uns dabei behindert und auch niemanden, der uns dabei unterstützen kann. Wir müssen auf uns und unsere Gefühle hören, denn das einzig wahre Handeln ist das Handeln nach Gefühlen, das Agieren aus vollster Überzeugung - nicht blind, sondern wohlüberlegt, aber dafür zieht dann auch der ganze Verstand, das Gewissen und das Gefühl mit. Wir scheinen mit der Welt in solchen Momenten im Einklang zu sein, wenn wir reinen Gewissens behaupten können, dass wir etwas getan haben. In solchen winzigen Momenten fühlen wir unser Glück durch den ganzen Körper sprudeln, es macht uns frei und beflügelt enorm.
Doch desöfteren handeln wir auch vorsätzlich so, dass wir uns frei und beglückt fühlen können. Wir wissen darum, dass es Konflikte in der Welt zuhauf gibt und wir mit einfachen Schritten diesen aus dem Weg gehen können. Dabei geht es mir hier nicht um das schlichte und einfache Lügen und auch nicht um Ausreden, sondern um das eher unbewusste Täuschen und vorsätzliche Blenden von Menschen. Es heißt nicht gleichbedeutend, dass manche sich eine Traumwelt aufbauen, in der sie mit Menschen spielen, mit Personen wie Puppen und mit Freunden wie Tieren oder gar Spielzeug umgehen. Es heißt viel eher, dass man sich, eben um Konflikten aus dem Weg zu gehen, auf das kleinere Übel einlässt und man nicht dem Rede und Antwort steht, wem man eigentlich dazu, zumindest gedanklich und emotional, verpflichtet ist. Aus Gewohnheit scheint man den Weg des geringeren Widerstands zu gehen, Fakten unter den Tisch fallen zu lassen und in der alltäglichen Behäbigkeit fortzufahren. Und wie schon geschrieben passiert dies nicht vorsätzlich, sondern viel mehr unbewusst. Eben aus dem gewöhnlichen, dem alltäglichen Handeln und Behandelt werden. Und irgendwann wird es einem dann auch vollkommen gleichgültig. Irgendwann möchte man einfach nicht mehr alles unter den Tisch kehren, sondern möchte Konflikte und Probleme so lösen, wie es ihnen eigentlich zustünde. Jedes einzeln und jedes mit der nötigen Ernsthaftigkeit und der zeitlichen Ausdehnung.
Es ist schwere Kost, die ich hier denjenigen zumute, welche bis zu dieser Stelle des Textes gekommen sind. Aber es ist nötige Kost, dieses Thema muss behandelt werden. All diejenigen, die gerne meinen Rat beanspruchen und auf diesen hören sei gesagt, dass wir die Mauern in unseren Köpfen, die Mauern die durch das Hämmern und Bohren und Rücken und Schieben durch die Gleichgültigkeit und Gewohnheit entstehen, einreißen müssen um frei atmen zu können. Denn nie wird jemand zu sich selbst finden, wenn er nicht auch nach eigener Zufriedenheit gehandelt hat...

"Die Angst vor dem Neuen bindet dich an alte Gewohnheiten, die du langsam beginnst zu hassen. Aber damit hasst du nur dich selbst." - Irina Rauthmann
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen