"Räum doch endlich mal dein Zimmer auf. Darin kann man ja gar nicht mehr treten, so schlimm ist das schon. Überall liegt nur irgendwelcher Müll rum, das sieht richtig gruselig aus!"
Ich sitze am PC.
Die Musik dröhnt aus den Lautsprechern.
Die Melancholie und die Traurigkeit gelangen wie ein roter Faden, von der Musik getragen, spielend leicht in mein Ohr, und beide sollen ein wenig später meinen gesamten Körper beherrschen.
Die Augen feuchten leicht an, Wasser staut sich und der Druck nimmt allmählich zu. Ich spüre, wie alles rausmuss, als es mich im Fluge ergriffen hat. Ein Lied, welches solche Emotionen auslöst, ist meistens an heftige Erinnerungen gekittet - heftig, weil extrem polarisierend, negativ oder positiv. Doch ist es eher negativ.
Auf dem Klavier gespielt, geht jede einzelne Note direkt ins Unterbewusstsein und fordert die Gefühle zum Tanz auf. Die Haare erheben sich in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, der Körper erstarrt und die Ohren lauschen weiterhin nur dem Takt des Klaviers.
Der Blick haftet auf dem Monitor, doch wendet er sich plötzlich ab. Eine Unordnung um den gesamten Schreibtisch, doch gewohnt und deshalb beruhigend. Wenigstens etwas scheint an seiner Stelle stehen zu bleiben.
Während die Musik also nun ihren Weg nimmt, schweift der Blick meiner feuchten Augen immer mehr ab. Eine wundersame Kraft in mir setzt alle Hebel in Bewegung, zwingt mich zum Aufstehen und Umherwandern.
Voller Gedanken führen mich meine Beine durch die Wohnung. Die Augen verlieren allmählich den Fokus und lassen alles verschwimmen, alles tönt sich plötzlich schwarz-weiß.
Ich sehe Bilder rumliegen aus den vergangenen Zeiten, Kabel, Kameras, Bücher & Zeitschriften, Staub, Prospekte, Schuhe, Klamotten und und und...
Noch bevor die Emotionen ausbrechen werfe ich mich auf das alte Sofa und deck mich mit der Lieblingsdecke aus meiner Kindheitszeit zu, um mich selbst nicht zu vergessen...
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