Und genau mit diesen Träumen konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. Uns wird bewusst, dass wir zwar nicht alles haben können, aber wir sehen immer ein Ziel vor Augen, nämlich unsere surreale Welt. Wir sehen in unseren Träumen, was alles sein könnte, und deshalb geben uns Träume sowohl Kraft, niemals aufzugeben, als auch ein Ziel, nämlich einen Schritt nach dem anderen zu machen, um letztendlich dorthin zu gelangen, wohin wir uns still und heimlich gerne zurückziehen..
Sie ist 14 Jahre alt und befindet sich gerade in einer schweren Phase. Ihre Eltern sind ihr total perplex, nervig und uncool, einige ihrer Freunde jedoch sind richtig chillig drauf. Sie trinken abends viel, rauchen ab und zu mal eine und gehen ziemlich gerne in die Disco. Doch sie ist nicht wie ihre Freunde, nein - sie ist anders. Sie ist ein Kopfmensch und macht nicht bei vielem mit, denn sie wägt stets die Gefahren und die Konsequenzen ab, um desöfteren zu dem Schluss zu gelangen, dass alles hier und da zu gefährlich ist und sie deswegen dann auch keinen Bock darauf hat.
Sie lässt es sein.
Viele ihrer Freunde sagen über sie, sie lebe sehr zurückgezogen und unternehme nicht so gerne etwas, man müsse sie schon dazu zwingen, um überhaupt eine Regung aus ihrer sonst so kopfverliebten Art zu kitzeln. An manchen Stellen wird deutlich, welchen Anschein es von außen erwecken könnte - eine Einzelgängerin, die überhaupt nicht ihrem Alter entsprechend handelt und sich so eher isoliert als integriert, denn sie schwimmt überhaupt auch nicht mit. Doch leider urteilen sehr viele Menschen über sie, obwohl sie ihren ganzen Charakter nur zu einem Bruchteil kennen und meinen, sich schon ein Bild darüber machen zu können. Und die daraus resultierenden Vorurteile bekommt sie auch zu spüren.
Viele reden auf sie ein.
An jenem Abend, als sie zu hause auf ihrem Bett sitzt und ihren Gedanken freien Lauf lässt, schießt sie sich so plötzlich und doch so heftig auf einen Hauch von Gedachtem ein, dass sich jenes in ihrem Kopf festbohrt. Tag und Nacht wird sie nun darüber nachdenken und letzendlich auch verzweifeln, denn eine Lösung scheint nicht in Sicht. Sie weiß selber, dass es surreal ist, aus ihrer Welt auszubrechen und ihren Kopf abzuschalten. Sie weiß darum, dass sie nicht auf ihr Bauchgefühl hören kann ehe sie jeden möglichen Schritt, der passieren könnte, durchdacht hätte und um die Folgen wüsste. Sie war sich dessen bewusst, dass sie sich nicht ändern konnte. Als sie jedoch kurz vor dem Einschlafen war, träumte sie vor sich hin und baute sich selbst eine neue Welt zusammen. So, wie sie es schon oft tat. Während sie die anderen Male kurze Zeit später daraufhin einschlief, blieb sie diesmal wach.
Sie träumte.
Doch sie verspürte diesen innerlichen Drang, ihren Wunsch auch in die Tat umzusetzen, endlich in Freiheit alles genießen zu können ohne dabei über irgendwas nachzudenken. Sie wollte leben. So geschah es in jener Nacht, dass sie unerwartet in einem hohen Tempo aus ihrem Bett sprang, ihre Tischlampe anschaltete, sich einen Stift und einen Schreibblock nahm und drauf losschrieb. Sie hatte einen Plan, sie wusste, wie ihre Ordnung in ihrem Traum war und musste diese Ordnung nun nur noch in die Tat umsetzen. Sie vergaß für kurze Zeit alles um sich herum und dachte nicht nach, sondern schrieb nur auf, wie sie sich ihren Wunsch am besten erfüllen konnte.
Sie hatte nun einen Masterplan.
Sie wusste, es kann sich was ändern.
Sie schaute auf ihr Papier, nach dem Kopf hoch und sagte sich: "Ich schaff das."
Erschöpft fiel sie ins Bett.
Ihr Träumen hat den Weg geebnet...

Und auch Bilder lassen träumen...